Ich kenne Kieferbeschwerden nicht nur aus meiner Arbeit, sondern auch aus eigener Erfahrung. Und genau dadurch wurde mir irgendwann klar: Kieferprobleme entstehen selten isoliert. Heute prägt genau dieser Blick auf Zusammenhänge meine Arbeit.
Ich hatte eigentlich schon immer Kopfschmerzen. Manchmal so stark, dass ich nur noch schlafen konnte. Eine richtige Diagnose habe ich lange nie bekommen und wusste deshalb auch nicht, woher all das eigentlich kam.
Heute kann ich viele meiner früheren Beschwerden auf meine CMD zurückführen und war ehrlich gesagt ein ziemliches Paradebeispiel für Bruxismus. Ein Risikofaktor für CMD können übrigens auch häufige Erkältungen oder Gehirnerschütterungen in der Kindheit sein. Als Pferdemädchen hatte ich davon definitiv genug. Später kamen dann Schwindel, Mund- und Kieferschmerzen sowie ein permanentes Ohrgeräusch dazu.
Während meiner eigenen Therapien und besonders in der CRAFTA-Ausbildung habe ich angefangen zu verstehen, wie viele scheinbar „komische“ Symptome eigentlich mit dem Kiefer zusammenhängen können: Lichtempfindlichkeit, empfindliche Ohren bei Wind oder Kälte, Übelkeit bei Bewegungen, Kopfschmerzen oder sogar die Vorliebe für weiches Essen.
Seitdem überrascht mich fast nichts mehr, was Patient*innen erzählen. Außer vielleicht die berühmte Kiefersperre hatte ich vieles selbst oder habe es zumindest schon oft gehört. Und genau das finde ich bis heute unglaublich spannend.
Ich weiß inzwischen auch, dass eine kurze Gesichtsmassage allein für viele Menschen einfach nicht ausreicht. Deshalb empfehle ich nichts, was ich nicht selbst ausprobiert oder wirklich sinnvoll finde.
Mich interessiert nicht nur „der Ort des Problems“, also der Kiefer selbst, sondern das gesamte Zusammenspiel dahinter: Zunge, Atmung, Zwerchfell, Beckenboden, Haltung oder sogar die Art zu sprechen.
Und wenn mich ein Thema interessiert, tauche ich komplett darin ein, lerne weiter und gebe dieses Wissen mit Begeisterung weiter. So ist über die Jahre ein ganzheitlicher Ansatz entstanden, obwohl ich mich anfangs eigentlich „nur“ mit dem Kiefer beschäftigen wollte.